kunst | hilft | geben

Zwei Seiten einer Großstadt, 100 x 100 cm, Acryl-/Mischtechnik auf Leinwand, 2006/2012

 

Es handelt sich um ein Werk, das zu meinem aktuellen Bilderzyklus Der Bildträger im Wandel gehört. Ich habe auf der herkömmlichen Vorderseite den Dom mit Groß St. Martin bei Nacht gemalt. Soweit nichts Ungewöhnliches.

 

Nun erkläre ich aber diese Seite zur Rückseite! Dies habe ich mit einem entsprechenden Schriftzug darauf hervorgehoben. Die herkömmliche Rückseite wird somit zur Vorderseite bestimmt; schaut man sich diese andere Seite an, sieht man eine bettelnde Frau, die gerade ihre zugesteckten Münzen in der Hand zählt. Ein Scheinwerfer ist auf sie gerichtet, das Licht brennt nicht; es müsste der Stecker, der vor ihr auf dem Boden liegt, eingesteckt werden.

 

Aussage: Der Dom bei Nacht im Scheinwerferlicht; das klassische Motiv unserer Stadt. Makellos erscheint die imponierende Stadtansicht. Doch dann wird man darauf hingewiesen, dass diese Sicht der Dinge nicht alleine dasteht. Es gibt noch eine andere Seite; eine Seite, die in diesem Fall wichtiger erscheint. Dies suggeriert der Zusatz: „Diese Seite wird zur Rückseite erklärt!“. Dieses klassische Motiv …. stellt eine Rückseite dar…? Wie sieht dann die Vorderseite aus? Dreht man nun dieses Bild um, so erscheint auf der herkömmlichen Rückseite diese bettelnde Frau. Eine Frau, abgedrängt an den Rand der Gesellschaft. Auf der Schattenseite des Lebens. Diese Rückseite des Bildes wird somit in den Vordergrund gedrängt. Die Kehrseite wird ins Licht gehoben. Die Problematik der Armut in den Fokus gesetzt. Ein auf die bettelnde Frau gerichteter Scheinwerfer, dessen Stecker auf dem Boden liegt, scheint uns aufzufordern, aktiv zu werden, den Stecker einzustecken, damit die Dinge in einem anderen Licht erscheinen.

 

Interessant ist bei diesem Werk, dass die herkömmliche Darstellung eines Gemäldes durch die zur Rückseite erklärte bislang „unberührte“ Vorderseite ad absurdum geführt wird. Dem Bildträger wird eine neue Bedeutung zugemessen.

 

Dabei überlasse ich es dem Wohlgefallen, die Werke auch „verkehrt herum“, also mit der herkömmlichen Vorderseite sichtbar aufzuhängen.

 

Mit diesem Werk unterstütze ich die Benefizaktion kunst | hilft | geben.

Weiterer Link: Bericht in der Kölner Internetzeitung Report-K